Warum die Nordschleife „Grüne Hölle" heißt
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Kaum eine Rennstrecke hat einen Spitznamen, den wirklich jeder kennt. Die Nordschleife hat einen – und er stammt nicht von einem Marketingteam, sondern von einem Fahrer, der sie überlebt hat.
Der Name
Der Schotte Jackie Stewart gewann 1968 den Großen Preis von Deutschland auf der Nordschleife – bei strömendem Regen, dichtem Nebel und Sichtweiten von wenigen Metern. Er nannte die Strecke danach die Green Hell, die Grüne Hölle: grün wegen der Eifelwälder, die sie fast vollständig umschließen, Hölle wegen alles anderen.
Der Name blieb hängen, weil er stimmt.
Die Zahlen
- 20,832 Kilometer Länge – ein Vielfaches moderner Grand-Prix-Kurse.
- 73 Kurven, viele davon blind oder mit Kuppe.
- rund 300 Meter Höhenunterschied zwischen tiefstem und höchstem Punkt.
- Eröffnet 1927, gebaut auch als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme in einer strukturschwachen Region.
Kurvennamen wie Fuchsröhre, Bergwerk, Karussell oder Schwedenkreuz sind unter Fans so geläufig wie Bandnamen.
Warum die Formel 1 nicht mehr dort fährt
1976 verunglückte Niki Lauda auf der Nordschleife schwer und entkam nur knapp aus seinem brennenden Fahrzeug. Schon zuvor hatten Fahrer die Sicherheitsstandards kritisiert – auf 20 Kilometern Länge ließ sich schlicht keine flächendeckende Streckenposten- und Rettungskette organisieren. Danach war Schluss: Die Formel 1 kehrte nicht auf die Nordschleife zurück.
Gefahren wird dort trotzdem weiterhin – unter anderem beim 24-Stunden-Rennen und in der Langstreckenserie.
Touristenfahrten
Die Besonderheit: An vielen Tagen im Jahr darf dort praktisch jeder fahren. Die Nordschleife gilt während der Touristenfahrten rechtlich als öffentliche Maßstraße mit Einbahnregelung – mit dem eigenen Auto, gegen Ticketgebühr, ohne Rennlizenz.
Das erklärt, warum die Strecke für so viele Autofans ein Sehnsuchtsort ist: Sie ist der seltene Fall einer Legende, die man selbst befahren darf. Es erklärt allerdings auch die Unfälle. Wer zum ersten Mal dort ist, unterschätzt fast immer, wie viel Strecke hinter der nächsten Kuppe noch kommt.
Ein Tipp für die erste Runde
Langsam anfangen. Wirklich. Die erste Runde dient dem Kennenlernen, nicht der Zeit. Wer die Strecke nicht auswendig kennt, fährt hier permanent auf Sicht – und die endet oft genau dort, wo die Kurve anfängt.
Unser Print GREEN HELL ist eine Verbeugung vor genau diesem Ort – passenderweise in Waldgrün. Es gibt ihn als Oversized Shirt und als schweren Hoodie.